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Freitag, 19. April 2013

hässlich.

den ganzen tag denkt sie nur an dich. egal was sie sieht, egal was sie tut, egal was passiert, ihre gedanken sind bei dir. es gibt keinen abend an dem sie im bett liegt und nicht an dich denken muss. es gibt keinen tag, an dem sie sich nicht nach einer berührung von dir sehnt. jeden tag wünscht sie sich aufs neue so sehr, dich einfach nur zu sehen. dich in ihrer nähe zu haben. dich für sich zu haben. jeden tag. ist das nicht schön? nur eins fehlt. du. du siehst es nicht. oder willst es nicht sehen. oder schätzt es nicht. und deshalb ist auch nicht schön. nein, nicht nur nicht schön, es ist alles andere als schön. es ist hässlich. so gott verdammt hässlich.


Dienstag, 5. März 2013

freundin

nach so langer zeit schaust du wiedermal bei mir vorbei. ich bin leicht nervös, da wir uns doch so lange nicht gesehen haben. ich öffne die tür und wir umarmen uns und ich merke, wie sehr ich dich doch vermisst habe. hübsch siehst du aus. du hängst deinen mantel an die garderobe und ziehst deine schuhe aus. jetzt nur noch rauf ins zimmer und an den tisch setzen. was magst du trinken? tee. tee ist gut. etwas unbeholfen sag ich dir, du sollst inzwischen auf dem sofa platznehmen. ich gehe schnell hinunter und bereite den tee vor. irgendwie bin ich total aufgeregt. irgendwie fühlt es sich so komisch an... ich komme hinauf und setz mich zu dir und stelle deinen früchtetee und meinen kräutertee auf dem tisch ab. und da ist sie schon. die stille. keiner weiß, was er sagen soll. dann fragst du, was sich so tut. ich sage "nicht viel, und bei dir" und du sagst das gleiche. hm. es fühlt sich alles so merkwürdig an. wir sind doch so gute freunde. oder waren wir es mal? zu lange haben wir uns nicht gesehen... wir hatten mal so viel spaß. wir haben uns die nächte um die ohren geschlagen oder wir haben einfach nur rumgesessen und geplaudert. ich habe dich angerufen, wenn mir zum heulen war. und du warst für mich da. du hast mich angerufen, wenn du wiedermal abstand von allem brauchtest. und jetzt? hat dieses bisschen tote zeit das alles kaputt gemacht? ich sehe dich an und niemand sagt etwas und ich merke, wie dir auch schon unwohl wird und du nach worten suchst. ich spüre, wie mir beinahe die tränen kommen, reiße mich aber noch schnell zusammen. ob dir das auch so weh tut?
irgendwie bringen wir dann die 2 stunden zu ende. reden ein bisschen über oberflächliche dinge, sagen, dass es schön war, uns wieder zu sehen. doch niemand sagt "bis bald". du ziehst wieder deinen mantel und deine schuhe an, wir umarmen uns kurz und ich lasse dich bei dir tür hinaus. ich schließe die tür, lehn mich dagegen und hör dich die autotür schließen und wegfahren. ich blicke auf den leeren garderobenhaken und kann die tränen nicht mehr unterdrücken. wie schade, dich verloren zu haben.....


Sonntag, 10. Februar 2013

geräusche

schon wieder ist alles so laut. überall geräusche, überall bewegung, überall laut. sie fühlt die unruhe schnell in sich aufsteigen. sie will nichts hören, nichts sehen, sie will einfach stille. hektisch dreht sie den fernseher ab und setzt sich an den tisch. der wasserhahn tropft. tropf - tropf - tropf - tropf - tropf. "alles ist gut. ganz ruhig... alles ist gut", sagt sie zu sich selbst. doch das tropfen wird immer lauter, in ihrem kopf scheint das tropfen so laut, als würde jemand mit einem hammer neben ihr einschlagen. sie kann das geräusch nicht mehr ertragen. sie steht auf und geht im zimmer auf und ab, in der hoffnung, endlich ein wenig runterzukommen. sie geht ins bad und lässt die badewanne volllaufen. schon wieder alles viel zu laut. es kommt ihr wie eine ewigkeit vor, bis die wanne endlich voll ist und sie das wasser abstellen kann. ein paar mal tropft der wasserhahn noch, dann herrscht endlich stille. sie zieht sich aus und steigt in das viel zu heiße badewasser. sie schafft es nicht, ein wenig kaltes wasser nachlaufen zu lassen. sie beißt die zähne zusammen und lässt sich mit schmerzverzerrtem gesicht in das heiße wasser sinken. ein paar sekunden, dann lässt der schmerz langsam nach. sie schließt die augen, um endlich zu entspannen. sie fühlt das wasser an ihrer haut, die einzige berührung, die sie seit schon viel zu langer zeit an ihrem körper spürt. sie schließt die augen und taucht den kopf unter, hört die stille unter wasser, die dumpfe stille. "hier könnte ich bleiben, das könnte ich ertragen...." denkt sie.

Montag, 4. Februar 2013

ballast

mit leiser musik im ohr geht sie durch die gassen. der regen tropft von den dachrinnen und von ihrer kapuze. es ist dunkel, kaum jemand ist unterwegs. ein paar gestalten drehen mit ihren hunden die letzte abendliche runde. in den meisten häusern brennt licht. sie starrt an dem großen wohngebäude hinauf. was da wohl gerade passiert, hinter all den fenstern? wer ist alleine, und wer zusammen? wer ist glücklich, und wo ist streit? wo wird neues geschaffen, wo geht bestehendes dahin? sie erschrickt, als plötzlich die tür aufgeht. der bewegungsmelder bringt licht ins dunkel und sie beobachtet den jungen mann, der den müll hinunterbringt. er geht an ihr vorbei und ihre blicke treffen sich kurz. warum er wohl so traurig aussieht, fragt sie sich. so erschöft. so resigniert. was er wohl alles mit sich herumschleppt... es knallt laut und reißt sie aus ihren gedanken, als der deckel des mistkübels zufällt. der junge mann schleppt sich langsamen schrittes wieder zur eingangstür. zurück in das gebäude mit denen vielen fenstern, den vielen gesichtern und geschichten, gefühlen und gedanken, alle auf einem fleck. er trägt sein päckchen wieder hinauf, genauso, wie sie ihres wieder nach hause schleppen wird.

Dienstag, 29. Januar 2013

farblos

es war für sie immer so einfach zu lächeln. auch später noch, als ihr gar nicht mehr danach war. jeder fragt wie´s ihr geht, doch niemand will es wirklich wissen. und selbst wenn es jemanden wirklich interessieren sollte, würde dieser jemand es nicht verstehen. das warum nicht verstehen. warum es ihr nicht gut geht. wie denn auch. sie weiß es doch selbst nicht. aber sie weiß, dass sie nicht mehr kann. sie weiß, dass sie es nicht nochmal schaffen wird, morgens aufzustehen. ein neuer tag voller farblosigkeit. ja, das schlimmste ist der morgen. die aussicht auf diesen endlos langen, grauen tag.....

Sonntag, 13. Januar 2013

irgendwann

...wird alles gut. irgendwann wachst du auf und du wirst dich darüber freuen. irgendwann.


Mittwoch, 2. Januar 2013

sms

das klare dingens im glas sprudelt vor sich hin. sie starrt auf ihr handy und wartet, dass etwas passiert. fast mitternacht. sie klammert sich an die letzte möglichkeit, die letzte hoffnung, ein strohhalm, wenn überhaupt. wenn nicht jetzt, dann nie. wenn nicht heute, dann nie. wochenlang warten, wochenlang tee trinken. oder waren es gar schon monate? sie weiß es nicht. es kommt ihr vor, als würde sie schon immer warten. warten, auf das glück. warten, auf einen menschen. warten, auf eine antwort. warten. dann ist es soweit, alle jubeln, überall lichter, alle umarmen sich. doch sie jubelt nicht. sie steht da und starrt auf ihr handy und flüstert "bitte. komm schon. bitte. nun komm schon..". und es passiert nichts. auch heute nicht. warum auch. ist davor doch auch nie etwas passiert.